Das Jahr 2005 aus der Sicht der Jugendfeuerwehr Vorbeck/Kambs

Das Jahr 2005 war für die Jugendfeuerwehr Vorbeck/Kambs ein besonders ereignisreiches Jahr. So wurde zu Beginn des Jahres der langjährige Jugendwart Frank Thalheim durch seinen Nachfolger Stephan Bartling abgelöst.
Und wie in den vergangenen Jahren auch hatten wir wieder mit personellen Problemen zu kämpfen. Trotzdem zeigten alle vollen Einsatz und wurden hierfür bei den Wettbewerben belohnt. So wurde erstmals seit 2001 wieder der Siegerpokal im Löschangriff beim Amtsausscheid mit nach Vorbeck genommen.
Als Jahreshighlight kann aber mit Sicherheit der Tag der Berufsfeuerwehr gesehen werden. Die jungen Kameraden zogen für rund 24 Stunden als Berufsfeuerwehrleute in das Gemeindezentrum ein und mussten auch den ein oder anderen Einsatz absolvieren.

Jahresauftakt - Bowlingabend


Nachdem die aktive Wehr bereits ihr Dienstjahr mit einem Bowlingabend begann, zog auch die Jugendfeuerwehr nach. Die jungen Kameraden zeigten ihr ganzes können und holten fast so viele Punkte wie die aktiven am anderen Abend. Neben dem klassischen Bowling waren aber auch noch andere Spielvarianten wie Pferde- oder Autorennen an der Reihe und wurden mit großer Begeisterung bis zum Ende durchgespielt. Auch wir Betreuer versuchten uns daran zwei Tannenbäume abzuräumen und schafften es mit etwas Glück und viel Geduld schließlich auch. Insgesamt also zwei durchaus gelungene Abende.

 

 

Amtsausscheid in Wiendorf

- Vorbeck/Kambs beim Löschangriff seit 2001 wieder vorn -

Am 28.05.2005 machten wir uns voller Erwartungen auf den Weg zum diesjährigen Amtsausscheid in Wiendorf. Wie unsere aktiven Kameraden hatten auch wir das Ziel mit dem Pokal im Löschangriff wieder nach Hause zu fahren.
In der ersten Disziplin, Stiche und Bunde lief eigentlich alles perfekt und der 1. Platz in dieser Disziplin war uns sicher.
Die nächste Disziplin, PA-Geräte anlegen, war natürlich für die Jugendfeuerwehrkameraden nicht geeignet. Daher sollten als Ersatz leere Getränkeflaschen mit der Kübelspritze von einem Tisch heruntergespritzt werden. Hier mussten wir uns leider der Schwaaner Jugendfeuerwehr geschlagen geben und erreichten den 2. Platz. Nun folgte schließlich der Tageshöhepunkt, der Löschangriff nass. Als erstes durften die aktiven Kameraden ihr Können unter Beweis stellen und erreichten im zweiten Anlauf mit dem 1. Platz ihr gestecktes Ziel.
Doch die Spannung sollte nicht abreißen. Nachdem die Bahn für die Jugendfeuerwehren verkürzt wurde und wir uns wegen der großen Hitze auf nur einen Durchgang geeinigt hatten, sollte es schließlich losgehen. Nach einem nahezu perfekten Lauf leuchteten schließlich bei uns zuerst die orangefarbenen Rundumleuchten auf den Zieleinrichtungen die den vollen Zielbehälter signalisieren.
Für uns war dieser Tag also ein voller Erfolg. Neben den guten Leistungen unserer aktiven Kameraden konnten auch wir unsere Spitzenposition im Amt beweisen. So entschieden wir die beiden wichtigen Disziplinen Löschangriff und Stiche und Bunde souverän für uns
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Endergebnis Jugendfeuerwehr

Stiche und Bunde Kübelspritze Löschangriff
Erster Vorbeck/Kambs Schwaan Vorbeck/Kambs
Zweiter Schwaan Vorbeck/Kambs Schwaan

 

Bundeswettbewerb 2005 in Rostock

- Gemeinsame Mannschaft erfolgreich -

Am 11.06.2005 machten wir, die Jugendfeuerwehr Vorbeck/Kambs, uns zusammen mit Schwaan auf den Weg zum Leichtathletikstadion in Rostock, um dort das Amt Schwaan beim diesjährigen Bundeswettbewerb auf Kreisebene zu vertreten.
Der Wettkampf wurde erstmals gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren der Hansestadt Rostock durchgeführt. Diese Zusammenarbeit erwies sich als außerordentlich positiv und wird wohl auch in Zukunft angewendet werden.
Das Konzept kam auch uns zu Gute. Da leider fast alle Jugendfeuerwehren mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben, schlossen auch wir uns mit der Jugendfeuerwehr Schwaan zusammen und stellten gemeinsam eine Mannschaft. Nach einer intensiven Vorbereitung in den letzten Wochen, fuhren wir am Samstagmorgen endlich nach Rostock. Es waren 17 Mannschaften aus dem Landkreis Bad Doberan und 3 aus der Stadt Rostock angereist und gleich nach der Begrüßung ging es los. Der Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren ist in einen A- und B-Teil gegliedert. Für uns stand zuerst der B-Teil, ein 400m Staffellauf mit den verschiedensten Aufgaben aus dem Bereich der Feuerwehr, auf dem Programm. Zwar lief nicht alles perfekt, doch jeder gab sich große Mühe und wir erzielten ein gutes Ergebnis.
Nach einer kurzen Verschnaufpause war dann schließlich der A-Teil, ein Löschangriff trocken, an der Reihe. Unsere Jugendfeuerwehrleute gingen hoch motiviert an den Start und holten noch einmal das Letzte aus sich heraus. So wurden auch nur Kleinigkeiten bemängelt und der Gesamtablauf als sehr gut bewertet.
Am Ende des Tages gab es für uns schließlich einen hervorragenden 8. Platz, der alle und insbesondere uns als Betreuer, mehr als glücklich machte.


Jugendfeuerwehr auf Achse

Am 10. August machten wir mit unserer Jugendfeuerwehr eine Radtour mit anschließendem Grillabend. Nachdem leider nicht alle Jugendfeuerwehrkameraden Lust und Zeit für diesen kleinen Ausflug hatten, machten wir uns mit 5 Kindern auf den Weg. Die Radtour führte vom Gerätehaus in Vorbeck über Kambs durch den Letschower Wald nach Letschow. Von hier bis Schwaan und über den Vorbecker Landweg wieder zurück nach Vorbeck.
Zwar hatte es am Vorabend nach tagelangem Sonnenschein noch stark geregnet und ich befürchtete schon, dass alles in Wasser fallen würde aber wir hatten doch noch Glück mit dem Wetter. Es regnete nicht und es war auch nicht übermäßig heiß. Während unserer ersten kleinen Pause spielten wir Verstecken im Wald. Dies bereitete besonders den Kindern viel Freude und man lernte sie doch von einer ganz anderen Seite kennen. Als nächster Zwischenstopp war ein kleines Picknick mit Kuchen und kalten Getränken geplant.
Auf dem weiteren Weg mussten wir schließlich noch einen längeren Zwischenstopp auf einem Spielplatz einlegen, ein Hinterreifen war durchgebremst und verhinderte eine zügige Weiterfahrt. Während ich versuchte für ein Ersatzrad zu sorgen, vergnügten sich die Kids auf dem Spielplatz.
Nach unserer Ankunft in Vorbeck wurde dann noch ausgelassen rumgetobt und noch übrige Restenergie beim Ballspiel vernichtet. Währenddessen kümmerte ich mich um den Grille und versuchte den hungrigen Löwen ein leckeres Abendessen zu zaubern. Bevor es dann schließlich nach Hause ging, wurden nochmals alle Bälle ausgiebig getestet und ein wenig mit meinem Hund gespielt. Der übrigens auch nicht genug bekommen konnte.

 

Feuerwehr: Anders als Nadelarbeit

- Junge Vorbecker wie eine Berufsfeuerwehr im Einsatz -

Abenteuer Feuerwehr: In Vorbeck konnten am Wochenende acht Kinder und Jugendliche erleben, wie der Alltag einer Berufsfeuerwehr ablaufen könnten. Rund 24 Stunden lang verbrachten sie bei Ausbildung, Spaß und scharfen Übungen.
Sonnabend, 14 Uhr. Die Mitglieder der Vorbecker Jugendwehr sitzen am Tisch im Gemeindezentrum und büffeln. Umgang mit dem Sprechfunk lautet das Thema. Schulatmosphäre. "Worauf muss man achten?" fragt Jugendwart Stephan Bartling in die Runde. Stille. "Dass man nichts Falsches angibt", antwortet Jenny Bär, mit zehn Jahren die Jüngste bei der Wehr.
Stephan Bartling berichtet geduldig von Funkdisziplin, wie Teilnehmer über Funk angesprochen werden, dass Höflichkeit im Notfall fehl am Platz ist. Kein Bitte, kein Danke. "Funkverkehr soll möglichst effektiv sein", sagt der Jugendwart. Fasziniert blicken seine Schüler auf ein Laptop, das Erfasstes wiedergibt. Ob sie alles verstanden haben? Bartling blickt skeptisch.
Plötzlich rauscht das Funkgerät. 14.29 Uhr. Ausbilder Jörg Engel läuft schnell raus, Sekunden später geht der Alarm los. Die Kinder rennen aufgeregt in den Nachbarraum, wo Ausrüstung und Einsatzwagen warten. Der Alarm war vorher nicht bekannt. "Langsam", mahnt Stephan Bartling. Eine Tischtennisplatte versperrt den Weg.
Dass sie vieles verstanden haben, beweisen die Vorbecker Feuerwehr-Knirpse sofort. In Sekunden schlüpfen sie in Jacken, raffen Ausrüstung zusammen.
"Leitstelle von Florian 9747, kommen", spricht Janina Thalheim (17) ins Funkgerät - so wie sie es gerade gelernt hatte. Florian 9747 - das ist der Vorbecker Rufname. Die Leitstelle antwortet: Feuer auf dem Gelände der Freizeit- und Bildungsstätte im Ort. Die acht jungen Feuerwehrleute und ihre Ausbilder rücken aus, mit Blaulicht durch das Dorf.
Das Feuer lodert hoch. Natürlich ist es kontrolliert. Feuerwehrmann Frank Thalheim, der auch die Leitstelle spielte, hat es hergerichtet. Die Kinder und Jugendlichen springen aus dem Auto. Während die Ausbilder die Pumpe zum kleinen Teich tragen, kuppeln die jungen Kameraden in Sekunden die Schläuche zusammen. Die meisten Handgriffe sitzen sofort.
"1. Rohr, Wasser marsch", ruft Jenny Bär laut, dann pumpt die Flut durch den Schlauch. Mit drei Rohren bekämpfen die Kinder das Lagerfeuer. Dicker Rauch steigt auf. Nico Wittenburg und Nico Theska zielen gekonnt auf die Flammen. Rohr drei hat Probleme. Wasser spritzt wild durch die Luft, Rico Specowious ist pitschnass. "Wasser halt" erklingt es dreimal. Das Feuer ist gelöscht. Phillipp Kurth blickt zufrieden vom Verteiler, Nadine Wittenburg rollt bereits den Schlauch wieder ein. "Das war toll", sagt Max Mrosack. Nicht nur seine Augen glänzen. "Das erste Mal mit echtem Feuer …", sagt Nico Wittenburg gebannt.
Jugendwart Stephan Bartling steht der Schweiß unterm Helm. Gute Arbeit, lobt er, dann wird wieder gepackt. Frank Thalheim wertet den Einsatz aus. Nur eine Minute, fünf Sekunden bis zum Ausrücken. "Hat sehr gut geklappt", urteilt der erfahrene Feuerwehrmann. "Kleiner Zwischenfall", erwähnt er die Spritzeinlage. "Kann passieren. Dafür sind wir bei der Feuerwehr und kein Nadelarbeit-Verein."
Die Kinder stehen stramm. 14.58 Uhr. "Florian 9747, wir haben das Feuer gelöscht und rücken ab." meldet Janina Thalheim über Funk an Leitstelle Papa.
Arbeit beendet? Denkste! Im Gerätehaus müssen die jungen Feuerwehr-Leute die benutzte Ausrüstung herrichten. "Einsatzbereitschaft wieder herstellen", gibt Stephan Bartling den Ton an. In einem Glasschrank glänzen Pokale der Jugendwehr. In diesem Jahr ist sie Sieger beim Amtsausscheid geworden - so wie die Großen.
Pause. Die jungen Einsatzkräfte sinken auf ihre Luftmatratzen und Isomatten im Gemeindezentrum. Hier verbringen sie auch die Nacht zusammen. Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr. Will jemand später für Geld Feuer löschen? Schweigen. "Vielleicht", sagt die zehnjährige Jenny keck.
Kuchen rückt an. Jugendwart Bartling verteilt Eiskugeln in Waffeln. Spaß muss sein. Bald wird die harte Einsatz-Welt zurückkehren. Mehrere Male müssen die jungen Vorbecker an diesem Tag noch ausrücken. Gegen 17.30 Uhr wird eine Person vermisst, um 22 Uhr folgt ein Fehlalarm. Am nächsten Morgen werden die Floriansjünger gerufen, um "Windbruch", einen umgestürzten Baum, zu beseitigen. Vorbecker Realität: Bei Stephan Bartlings Opa können die Kinder und Jugendlichen einen Baum zersägen.

Dieser Artikel erschien am 17.10.2005 in der Bützower Zeitung (Regionalteil der Schweriner Volkszeitung) und wurde von Frank Pubantz geschrieben.

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